
Else Kröner Professur für Translationale Ophthalmologie

PD Dr. med. Christian van Oterendorp nimmt zum 1. Mai 2026 die Else Kröner Professur für Translationale Ophthalmologie an der Klinik für Augenheilkunde der Universitätsmedizin Göttingen an.
Die durch die Else Kröner Fresenius Stiftung im Rahmen der Förderung des Else Kröner Fresenius Zentrums für Optogenetische Therapien (EKFT OT) neu geschaffene Professur gehört zu einer von insgesamt vier und zielt darauf ab, die angestrebten klinischen Studien im Team II Optogenetic Vision Restoration (Leitung Prof. Dr. med. Hans Hoerauf und Prof. Dr. Emilie Macé) in den nächsten Jahren voranzubringen. Die Optogenetik ist eine spezielle Form der Gentherapie und kann Zellen über genetisch exprimierte, lichtaktivierte Proteine lichtempfindlich machen.
Das Ziel: Wiederherstellung des Sehvermögens durch Optogenetik
Die häufigste Ursache für Erblindung im jungen und mittleren Erwachsenenalter ist die Erkrankung Retinitis pigmentosa. Hier kommt es durch den schrittweisen Untergang der lichtempfindlichen Photorezeptoren in der Netzhaut des Auges zu einer zunehmenden Sehverschlechterung und schließlich vollständigen Erblindung. Das Forschungsteam um Prof. Dr. med. Christian van Oterendorp, Prof. Dr. Emilie Macé und Prof. Dr. Tim Gollisch will mit Hilfe der im Göttinger Else Kröner Fresenius Zentrum für Optogenetische Therapien gebündelten Expertise bei diesen erblindeten Menschen einen Teil des Sehvermögens wiederherstellen. Hierfür werden die bei dieser Erkrankung verbliebenen Nervenzellen der Netzhaut durch optogenetische Behandlung lichtempfindlich gemacht. Sie können so die Funktion der untergegangenen Photorezeptoren teilweise übernehmen.
Parallel dazu werden in der Klinik für Augenheilkunde derzeit klinische Studien durchgeführt, unter der Leitung von Prof. Dr. med. Christian van Oterendorp, um die Degenerationsprozesse der erkrankten Netzhaut besser zu verstehen und dieses neuartige Behandlungsverfahren möglichst gezielt und erfolgversprechend anwenden zu können. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Rehabilitationstrategien, damit die behandelten Patientinnen ihre wiedergewonnene Lichtempfindlichkeit der Netzhaut bestmöglich im Alltag nutzen können.
Kurzvita
Christian van Oterendorp studierte Humanmedizin in Freiburg im Breisgau. Nach der klinischen Ausbildung an der Univ.- Augenklinik Freiburg und dem Addenbrookeʼs Hospital Cambridge (Großbritannien) ist er seit 2014 als Oberarzt und seit 2023 als Leitender Oberarzt mit dem Spezialgebiet Glaukomatologie an der Univ.-Augenklinik Göttingen tätig. Seine Forschungsschwerpunkte sind Überlebens-und Degenerationsprozesse retinaler Ganglienzellen der Netzhaut und die 3D‐Darstellung des Kammerwasserabflusses.